Der Hintergrund

.

. .

KURT-TUCHOLSKY-Gedenkstätte

Leiter der Gedenkstätte: Dr. Peter Böthig
Schloß Rheinsberg
D-16831 Rheinsberg
Tel.: 03 39 31 - 390 07
Fax: 03 39 31 - 391 03
www.rheinsberg.de

Daten und Fakten aus seinem Leben

1890
 9. Januar
  Kurt Tucholsky wird in Berlin-Moabit geboren.
  Eltern: Alex Tucholsky (1855-1905),
  Kaufmann und Bankdirektor; Doris Tucholsky,
  geb. Tucholski (1861-1943)


1893
  Die Familie zieht nach Stettin.

  

1896
 Ostern
  Einschulung

  

1899
  Die Familie kehrt nach Berlin zurück.

 April
  Wechsel ans Berliner Gymnasium.


1901
 Juni
  Alex Tucholsky wird Vorstandsmitglied
  der "Aktiengesellschaft für Verkehrswesen".


1903
 29. September
  Wechsel an das Königliche Wilhelms-Gymnasium.

  

1905
 1. November
  Der Vater stirbt und wird auf dem Jüdischen
  Friedhof in Berlin-Weissensee beigesetzt.


1907
  Anfang des Jahres verlässt Tucholsky das Gymnasium
  und bereitet sich privat auf das Abitur vor.


 22. November
  Im "Ulk", der satirischen Beilage des "Berliner
  Tagesblatts", erscheinen anonym seine ersten
  Arbeiten: Märchen und Vorsätze.


1908
 14. Mai
  Prüfung für den "Einjährigen Freiwilligen Militärdienst".


1909
 21. September
  Reifeprüfung als Externer am Königlichen
  Luisen-Gymnasium.

 7. Oktober
  Beginn des Jura-Studiums an der
  Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin


1910
 April-Juli
  Sommersemester an der Universität in Genf.

 ab Oktober
  Fortführung des Studiums an der Berliner Universität.


1911
  Nach erreichen der Volljährigkeit lässt sich Tucholsky
  gegen den Willen der Familie sein Erbteil in Höhe von
  60.000 Reichsmark auszahlen.

 25. April
  Erster Artikel im sozialdemokratischen "Vorwärts"
  (Mitarbeit bis Sommer 1914).

 August
  Mit Else Weil, genannt "Claire Pimbusch", in Rheinsberg.

 Ende September
  Besuch bei Max Brod in Prag. Dort trifft er Franz Kafka.

 Herbst
  Tucholsky arbeitet im Wahlkampf für die SPD.


1912
  Erste eigene Wohnung.
  Verlobung mit Kitty Frankfurther.

 17. Januar
  Erste Veröffentlichung im "Prager Tagblatt".

 15. November
  "Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte" erscheint.
  (Das Buch wird bis 1932 120.000 mal verkauft.)

 Ende November-Weihnachten
  Mit Szafranski betreibt er am Berliner
  Kurfürstendamm die "Bücherbar".


1913
 9. Januar
  Mit der Rezension: Die beiden Brüder H. beginnt
  seine Arbeit für die "Schaubühne". Im Frühjahr führt
  er die Pseudonyme "Ignaz Wrobel",
  "Peter Panter" und "Theobald Tiger" ein.

 7. April
  Erstmals im "Simplicissimus".

 1. September
  Tucholsky und Szafranski laden zur Mitarbeit am
  Orion - ein Jahrkreis in Briefen beim Kurt
  Wolff Verlag ein.

 September
  Der Zeitsparer, Grotesken von Ignaz Wrobel, erscheint.


1914
 21. Januar
  Die Juristische Fakultät der Universität Jena
  lehnt Tucholskys Dissertation ab.

 Juni
  Wegen zu geringer Subskribenten-Zahl bricht
  der Verlag das "Orion"-Vorhaben ab.

 1. Juli
  Austritt aus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

 27. August
  Vorerst letzter Artikel in der "Schaubühne".


1915
 12. Februar
  Promotion an der Universität Jena für die
  überarbeitete Dissertation

 März
  Musterung

  

 10. April
  Diensantritt an der Ostfront als Armierungssoldat.
  Bis 20. August 1916 Einsatz bei Stellungskämpfen,
  danach Kompanie-Schreiber.


1916
  Wieder Artikel in "Schaubühne", "Simplicissimus", "Ulk".

 Ende August
  Seine Einheit wird nach Alt-Autz im Baltikum verlegt.

 26. November
  Redakteur der Soldatenzeitschrift "der Flieger".


1917
 Januar
  Stab-Schreiber und Bibliothekar in Alt-Autz

 18. Februar
  Als Schreiber assistiert er bei der Erschießung
  von russischen Spionen.

 11. September
  Beförderung zum Unteroffizier.

 11. November
  Tucholsky verliebt sich in der "Hilfsdienstfreiwillige"
  Mary Gerold (1898-1987) aus Riga. Er nennt sie
  "Meli, Mala, Malchen, Matz" und redet sie oft
  mit "Er" an.


1918
 14. April
  "Verdienstkreuz für Kriegshilfe".

 April
  Er löst die Verlobung mit Kitty Frankfurther.

 8. Mai
  Versetzung zur Politischen Polizei in Bukarest.

 21. Juli
  Tucholsky läßt sich im Turn-Severin evangelisch taufen.

 20. Oktober
  Beförderung vom Vizefeldwebel zum Feldpolizei-
  kommissar.

 20./21. November
  Rückkehr nach Berlin

 Dezember
  Er übernimmt die Redaktion des "Ulk", der satirischen
  Wochenbeilage des "Berliner Tagesblatts" und der
  "Berliner Volks-Zeitung". Er führt das Pseudonym
  "Kaspar Hauser" ein.

  

1919
  Erster Artikel
  der "Militaria"-Serie in der "Weltbühne":
  Offizier und Mann.

 13. März
  In der "Weltbühne" erscheint Tucholskys
  programmatischer Artikel "Wir negativen"

  

 Juni
  Er übernimmt auch redaktionelle Aufgaben bei
  der "Weltbühne".

 30. August
  Tucholsky gehört mit Ossietzky, Gumbel, Vetter
  u.a. zu den Gründern des "Friedensbundes der
  Kriegsteilnehmer", der die "Nie wieder
  Krieg"-Massenkundgebungen organisiert.

 Ende Oktober
  Die Gedichtsammlung "Fromme Gesänge" von
  Theobald Tiger erscheint. Arbeiten für das
  von Max Reinhardt gegründete Kabarett
  "Schall und Rauch" , das im Dezember eröffnet wird.

 14. Dezember
  Tucholskys Rede gegen das Militär auf einer
  Kundgebung des "Friedensbundes der Kriegsteilnehmer"
  führt zu Tumulten.


1920
 5. Januar
  Mary Gerold kommt nach Berlin, sie trifft Tucholsky
  nach 1 1/2 Jahren wieder.

 Januar
  Neben Friedrich Hollaender und Klabund gehört
  Tucholsdy zum künstlerischen Beirat des Babaretts
  "Schall und Rauch".

 9. Februar
  Premiere von Nestroys Judith und Holofernes in der
  parodistischen Bearbeitung von Theobald Tiger,
  Regie: Max Reinhardt.

 10. Februar
  Trennung von Mary Gerold: "Es ist, wie wenn
  eine Glaswand zwischen uns ist,"

 11. Februar
  Kündigung beim "Ulk" zum 31. März.

 1. März
  Eintritt in die USPD.

 3. Mai
  Tucholsky heiratet die Ärztin Else Weil (1889-1942),
  die "Claire" aus Rheinsberg.

 ab Mai
  Arbeite für die USPD-Blätter "Freie Welt" und
  "Die Freiheit".

 1. Juli
  Tucholsky ist an der Bildung des Aktionsausschusses
  "Nie wieder Krieg" beteiligt.

 Juli
  Redakteur des "Pieron", einer staatlich
  finanzierten Propaganda Zeitschrift, die vor der
  im Versailler Vertrag festgelegten Abstimmung
  für den Verbleib Oberschlesiens im Deutschen
  Reich wirbt.

 1. August
  Rede auf der "Nie wieder Krieg" Kundgebung
  im Berliner Lustgarten.

 26. August
  Auf Anregung Erich Mühsams ruft Tucholsky in der
  "Weltbühne" zu einer Spendenaktion für
  politische Gefangene auf.

 ab September
  Er schreibt wieder regelmäßig Briefe an Mary Gerold.

 November
  "Träumereien an preußischen Kaminen" von Peter
  Panter. Das Buch ist Mary Gerold gewidmet.

 Dezember
  Wegen seiner Arbeit für den "Pieron" lehnen die
  USPD-Zeitungen es ab, Artikel von Tucholsky
  zu publizieren.

 18. Dezember
  Aufgrund der öffentlichen Kritik kündigt er
  beim "Pieron" zum Jahresende. Bis zum 18. April
  arbeitet er jedoch inoffiziell weiter mit.


1921
  Chansons für Gussy Holl , Paul Graetz, Claire Walsdoff,
  Rosa Valetti, Trude Hesterberg, Kate Kühl u.a.

  

 Ende Juli
  Für einige Tage bei Rudolf Nelson in Heringsdorf,
  Planung einer neuen Revue.

 Oktober
  Premiere der Nelson-Revue "Bitte zahlen" mit
  zahlreichen Chansons von Theobald Tiger.

 3. November
  Der von Reichswehrminister Geßler gegen Tucholsky
  angestrengte Prozeß wegen des Artikels "Offiziere"
  endet mit einem Freispruch.


1922
 30. März
  In der "Weltbühnen"-Militär-Kritik Die Erdolchten
  verwechselt Tucholsky zwei Namen von Offizieren.
  Daraufhin Strafantrag der Reichswehrführung.

 26. April
  Teilnahme an einer Kundgebung der "Deutschen Liga
  für Menschenrechte".

 17. Juni
  Die USPD-Führung fordert ihre Parteiblätter auf,
  Tucholsky wieder zu drucken.

 30. Juli
  "Nie wieder Krieg"-Kundgebung in Berlin.
  Das Gedicht "Drei Minuten Gehör" wird in vielen
  Städten vorgetragen.

  

 11. August
  Massenkundgebung zum "Geburtstag der
  Reichsverfassung" in Berlin. Tucholsky war an
  der Vorbereitung des republikanischen Festes
  beteiligt.

 Herbst
  Bewerbungen bei verschiedenen Wirtschafts-
  unternehmen.

 Oktober
  Premiere der Rudolf Nelson- Revue "Wir steh'n
  verkehrt" mit 9 Couplets von Theobald Tiger.


1923
 1. März
  Arbeit im Bankhaus Bett, Simon & Co., ab Sommer
  als Sekretär des Seniorchefs Hugo Simon.

 Juni
  Eröffnung des von Tucholsky mitbegründeten
  Cabarets "Die Gondel".

 22. Juni
  Trennung von Else Weil.

 15. Juli
  Das Angebot Siegfried Jacobsohns für eine feste
  Mitarbeit am "Weltbühnen"-Verlag lehnt Tucholsky
  vorerst ab.

 1. November
  Nach dem verlorenen Prozeß erscheint der Widerruf
  zu Die Erdolchten in der "Weltbühne".

  

1924
 15. Februar
  Vertrag mit Siegfried Jacobsohn: "Dr. Tucholsky tritt
  in die Redaktion und in den Verlag der Weltbühne ein."

 24. März
  Aufnahme in die Berliner Freimaurerloge
  "Zur Morgenröte"

  

 6. April
  Abreise nach Paris als Korrespondent für
  die "Weltbühne" und die "Vossische Zeitung".

 4. Juli
  Tucholsky besichtigt die Schlachtfelder bei Verdun.
  Danach schreibt er "Gebet nach dem Schlachten" und
  "Vor Verdun".

 8. Juli
  Verhandlungen in Berlin mit dem Ullstein-Verlag,
  der ihn als Chefredakteur der geplanten Zeitschrift
  "Uhu" für 3.000 Mark monatlich engagieren will.
  Tucholsky lehnt ab, hilft aber bei der Konzeption
  der Zeitschrift.

 30. August
  Kurt Tucholsky und Mary Gerold heiraten.

 16. September
  Das Ehepaar zieht nach Paris

 13. Oktober
  Gemeinsame Reise durch die Provence
  an die Riviera (bis Mitte November).

 23. Oktober
  In der "Weltbühne" erscheint die erste
  "Herr Wendriner"-Geschichte von Kaspar Hauser.


1925
 26. April
  Der bekannteste deutsche General des I. Weltkrieges,
  Paul von Hindenburg, wird zum Reichspräsidenten
  gewählt.

 1. Mai
  Gemeinsamer Umzug von Paris nach Le Vesinet.

 16. Juni
  Aufnahme in die Freimaurer-Loge
  "Les Zélés Philanthropes [Eifrige Menschenfreunde]".

 23. Juni
  Aufnahme in die Loge "I´¹Effort [Die Bemühung]"

 7. Juli
  Die erste "Nachher"-Geschichte von Kaspar Hauser
  erscheint in der "Weltbühne".

 18. August
  Reise mit seiner Frau in die Pyrenäen.
  Immer wieder Streit, auf einer Landkarte vermerkt er:
  "Malchen beese" oder "Malchen sehr beese".

 6. November
  "Erste Niederschrift" das Reisejournals ein
  Pyrenäenbuch beendet; Mary Tucholsky taucht darin
  nicht auf.

1926
 Januar
  Vorträge bei der französischen "Liga für
  Menschenrechte".

 Mai
  Reise über Basel nach Wien, wo er mit Max Reinhardt
  über eine neue Revue berät

 Juni
  Er reist allein in die Normandie.

 Juli
  Kurt Hiller gründet die "Gruppe Revolutionärer
  Pazifisten". Tucholsky wird in den Vorstand gewählt.

 6. Juli
  Reise nach Garmisch, um mit Alfred Polgar eine
  Revue für Max Pallenberg und Fritzi Massary
  zu schreiben.

 1. August
  Versammlung der "Deutschen Liga für Menschenrechte".
  Carl von Ossietzky und der abwesende Tucholsky
  werden in den Vorstand gewählt.

 September
  In Berlin.

 Oktober
  Das Ehepaar Tucholsky zieht nach Fontainebleau.

 3. Dezember
  Siegfried Jacobsohn stirbt. Tucholsky fährt
  sofort nach Berlin und übernimmt bis Mai 1927
  die Leitung der "Weltbühne".


1927
 8. Januar
  Verhandlungen mit Edith Jacobsohn über die
  Weiterführung der Weltbühne.

 25. Januar
  Tucholsky lernt die Journalistin Lisa
  Matthias (1894-1982) kennen, das Vorbild für die
  Figur des "Lottchen".

 März
  Ein Pyrenäenbuch von Peter Panter erscheint.

 15. Mai
  Jahrestagung der "Deutschen Liga für Menschenrechte"
  Tucholsky gehört dem Vorstand bis 1930 an.

 Mai
  Nach der Übergabe der Leitung der "Weltbühne" an Carl
  von Ossietzky reist er nach Dänemark.

 22. Mai
  Beim II. Reichskongreß der kommunistischen "Roten
  Hilfe Deutschland" wird Tucholsky in den
  Vorstand gewählt.

 Juni
  In Morgenstrup-Kro per Lou in Dänemark arbeitet er
  an dem Sammelband Mit 5 PS.

 27. Juli
  Rückkehr nach Paris.

 9.-29. September
  Spessart-Wanderung mit Erich Kanehl ("Karlchen")
  und Hans Fritsch ("Jakopp"). Am 18. Sept. kommt
  Lisa Matthias nach Würzburg, am 25. Sept. trifft
  Ossietzky ein.

 11. Oktober
  Der neue Herausgeber der "Weltbühne" wird nun auch
  auf ihrem Titelblatt genannt: "Unter Mitarbeit von
  Kurt Tucholsky geleitet von Carl von Ossietzky."

 18. November
  Die Vossische Zeitung druckt Peter Panters
  Reisebericht. Das Wirbelhaus im Spessart.

 Dezember
  Der Sammelband Mit 5 PS erscheint.

  

1928
 Januar
  In Berlin. Klagen über Nasenbeschwerden.

 12. Februar
  Anfrage der Piscatorbühne zur Mitarbeit an einer
  politschen Revue (mit Bertolt Brecht u.a.).

 21. März
  Das Gedicht von Ersatz von Theobald Tiger ist
  sein erster Beitrag in der KPD-nahen "A-I-Z"
  [Arbeiter-Illustrierte-Zeitung].

 7. Mai
  Lisa Matthias bei Tucholsky in Paris.
  Gemeinsame Riviera-Reise.

 4. Juni-13. Juli
  Kuraufenthalt im Sanatorium am Königspark in
  Dresden.

 Ende Juli / August
  In Kivik (Süd-Schweden), um ein Theaterstück
  über Kolumbus zu schreiben und einen neuen
  Sammelband für Rowohlt zu konzipieren.

 6. September
  Reise mit Erich Danehl und Lisa Matthias in die
  Holsteinische Schweiz.

 6. September
  Erster "Lottchen"-Monolog von Peter Panter in der
  "Vossischen Zeitung". Die "A-I-Z" druckt das Gedicht
  "Gesang der englischen Chorknaben".

 6. November
  Ermittlungsverfahren gegen Tucholsky und den
  Herausgeber Willi Münzenberg wegen "Gotteslästerung"
  in diesem Gedicht (eingestellt am 25. Mai 1929).
  Es werden Bedenken laut, dass dieses Gedicht eines
  jüdischen Autors antisemitischen Stimmungen
  verstärken könnte.

 18. September
  In Berlin. Vorwürfe aus dem Ullstein-Verlag wegen
  der "A-I-Z"-Beiträge.

 19. September
  Verhandlungen mit Münzenberg (Organisator der
  "Roten Hilfe" und kommunistischer Großverleger)
  über eine engere Zusammenarbeit.

 29. September
  Rückkehr nach Paris.

 9. Oktober
  In der "Weltbühnen"-Rezension "Verhetzte Kinder
  - ohnmächtige Republik" bezichtigt Tucholsky den
  Mitautor eines Geographie-Lehrbuchs der "Hetze
  zu neuen Kriegen".

 17. November
  Der erwähnte Studienrat stellt einen Strafantrag
  "wegen Beleidigung".

 20. November
  Mary Tucholsky verlässt ihren Mann und zieht nach
  Berlin. Ihren Abschiedsbrief trägt Tucholsky bis
  zu seinem Lebensende bei sich.

 Dezember
  Der Sammelband "Das Lächeln der Mona Lisa erscheint".

 13. Dezember
  Im Beleidigungsprozeß Verurteilung zu 2.000 Mark
  Strafe.

 ab 20. Dezember
  Bei Lisa Matthias im Tessin.


1929
  Ständige Klagen über Kopfschmerzen und Krankheiten.

 4. Januar
  Rückkehr nach Paris

 11. Januar
  Tucholsky erhält die Carte d'identité der
  Republik Frankreich, gültig bis 1930.

  

 6. Februar
  Lisa Matthias trifft in Paris ein.

 17. März
  Lesung aus eigenen Schriften im Berliner Bechstein­Saal.

 24. März
  "Tucholsky-Matinee" im Theater am Nollendorfplatz mit
  Henri Barbusse, Hollaender, Ernst Busch, Graetz,
  Valetti u.a.

 April-Oktober
  Tucholsky wohnt im Haus Fjälltorp in Läggesta,
  in der Nähe von Schloß Gripsholm.

 13. Mai
  Er lehnt Münzbergs Angebot zu erweiterter Mitarbeit ab.

 Juli
  Im Heft 30 der "A-I-Z" erscheint
  das Gedicht "Mutterns Hände".

 August
  Lisa Matthias besucht ihn in Läggesta.

 6. August
  "Deutschland, Deutschland über alles" erscheint

 7. August
  Tucholsky mietet die Villa Nedsjölund in Hindås an.

 14. / 15. Oktober
  Auf dem III. Reichskongreß der "Roten Hilfe
  Deutschland" erneute Wahl in den Vorstand.

 15. Oktober-16. November
  In Berlin bei Lisa Matthias.

 18. November-2. Dezember
  Lesereise: Köln, Frankfurt, Mannheim, Dresden,
  Leipzig, Breslau, Hamburg. In Wiesbaden kommt es
  zu Tumulten; ein Besucher wird für Tucholsky
  gehalten und verprügelt.

 6. Dezember
  Reise über Basel nach Lugano zu Lisa Matthias.


1930
 22. Januar
  Tucholsky verlegt seinen Wohnsitz nach Schweden.
  Mit Lisa Matthias wohnt er zunächst im
  "Turisthotell" in Hindås.

 7. Februar
  Einzug in die Villa Nedsjölund in Hindås.

 1.-12. Juni
  Reise nach Berlin

 19. Juli
  Kurhaus Sonnmatt in Luzern, nach monatelangen
  Klagen über "eine Magensache" und Nasenbeschwerden.

 August
  Tessin-Reise: Aufenthalt im Grand Hotel Brissago.
  Dort trifft er Erich Kästner.

 Anfang September
  In Berlin

 8.-11. September
  Hamburg, Flug von Lübeck nach Göteborg.

 Oktober
  Gertrude Meyer (1897-1990) wird seine Sekretärin
  und Dolmetscherin. Bald entsteht eine
  engere Beziehung.

 21. Oktober
  Besuch Carl von Ossietzkys in Hindås.
  Sie beraten über einen Ausweich-Ort für die
  "Weltbühne".

 10. Dezember
  Vertrag mit Rowohlt über "Schloß Gripsholm".

 25. Dezember
  Lisa Matthias in Hindås.


1931
 11. Februar
  Lisa Matthias fährt nach Berlin zurück.
  Die Beziehung zerbricht in diesem Jahr.

 16. / 17. März
  Treffen mit Carl von Ossietzky in Lübeck.
  Sie beraten über die zukünftige Strategie der
  "Weltbühne".

 20. März-26. April
  Vorabdruck von "Schloß Gripsholm" im
  "Berliner Tageblatt".

  

 29. März
  Versammlung der "Liga für Menschenrechte",
  Tucholsky bleibt im Politischen Beirat.

 Anfang Mai
  Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte erschient.

 15. Mai
  Reise über die Schweiz nach Paris.

 Juni
  In London

 3. Juli-3. Oktober
  Aufenthalt in Kent, zusammen mit Gertrud Meyer.

 2. August
  Exposé für einen Roman: "Eine geschiedene Frau",
  an Rowohlt (nicht ausgeführt)

 4. August
  In der "Friedensnummer" der "Weltbühne" erscheint
  der Artikel "Der bewachte Kriegsschauplatz" von
  Ignaz Wrobel. Wegen des Satzes "Soldaten sind
  Mörder." erstattet die Reichswehrführung Anzeige.

 17. August
  Das Filmmanuskript "Seifenblasen" ist fertig.
  Der Film wird nie gedreht.

 18. August
  Austritt aus dem "Schutzverband deutscher
  Schriftsteller", dem er seit 1913 angehörte.

 Mitte September
  Hasenclever kommt zu Tucholsky nach Ashford, um
  mit ihm an dem Theaterstück "Christoph Kolumbus"
  zu arbeiten

 29. September
  Zum letzten Mal eine Arbeit in der "Vossischen
  Zeitung": "Ein Ehepaar erzählt einen Witz".
  Die Zeitung kündigt ihm zum 1. Oktober

 Oktober
  Der Sammelband "Lerne lachen ohne zu weinen"
  erscheint.

 11. November
  Hasenclever kommt nach Hindås. Zwei Monate
  arbeiten sie an "Christoph Kolumbus".

 17.-23. November
  "Weltbühnen-Prozeß" vor dem Reichsgericht in
  Leipzig: Aufgrund des Artikels "Windiges aus der
  deutschen Luftfahrt" über die geheime Aufrüstung
  der Reichswehr werden der Autor Walter Kreiser und
  Carl von Ossietzky wegen "Landesverrats" zu je
  1 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt.

 12. Dezember
  Einjahrsvertrag mit Rowohlt über einen monatlichen
  Vorschuß von 1.500 Mark.


1932
 7. Januar
  Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin wegen der
  "Aufforderung für die (Rote Hilfe) Zahlung zu leisten"
  im Artikel "Im Gefängnis begreift man" (Am 27. Januar
  wird das Verfahren eingestellt).

 24. März
  In Kopenhagen. Operation an der Nase.

 16. April
  Tucholsky schreibt die letzten Arbeiten für
  die "Weltbühne".

 18. April
  Reise über Paris nach Le Lavandou zu Walter
  Hasenclever (bis 15. Juni), dann nach Zürich.

 1. Juli
  Der Prozeß gegen Ossietzky wegen des Tucholsky
  -Satzes "Soldaten sind Mörder," endet mit
  Freispruch. (Die Revision der Staatsanwaltschaft
  wird am 17. November 1932 verworfen.)

 Juli
  Kur in Tarasp im Unter-Engadin.

 August
  Besuch bei Aline Valangin in ihrem Tessiner Sommerhaus.
  Dort lernt Tucholsky die Züricher ärztin Dr. Hedwig
  Müller (1893-1973) kennen, die er "Nuuna" nennt.

 26. August
  Reise zu Hedwig Müller nach Zürich.

 7. September
  Abfahrt nach Wien zur Kur ins Park-Sanatorium
  Hietzing.

 24. September
  Uraufführung von Christoph Kolumbus in Leipzig.
  Das Stück wird bald wieder abgesetzt.

 29. September
  Mit seinem letzten größeren politischen Artikel
  "Berliner in Östereich? Nein: Sozialisten bei
  Sozialisten!" eröffnet Tucholsky die Wieder Ausgabe
  der "Weltbühne".

 8. Oktober
  Tucholsky fährt nach Zürich und wohnt bis
7. September 1933 bei Hedwig Müller.

 Herbst
  Zwei kleinere Nasen-Operationen, die jedoch
  nicht helfen.

 28. November
  Offizielle Anmeldung in Zürich. Aufenthalts-
  bewilligung zunächst bis 5. Januar 1933. "Zweck:
  Erholung resp. ärztl. Behandlung.


1933
 Januar
  Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler.

 28. Februar
  Nach dem Reichstagsbrand wird Ossietzky verhaftet
  und am 6. April ins Konzentrationslager Sonnenburg
  eingeliefert.

 7. März
  Das letzte Heft der "Weltbühne" erscheint.

 10. Mai
  Bücherverbrennung: "Undeutsche" Literatur wird
  öffentlich verbrannt, auch die Bücher Tucholskys.

  

 Juni
  Einvernehmliche Auflösung der Verträge mit Rowohlt,
  da Tucholskys Bücher in Deutschland verboten sind.
  Tucholsky lehnt alle Angebote für öffentliche
  Auftritte und zur Mitarbeit an der Exilpresse ab.

 21. August
  Gerichtliche Scheidung von Mary Tucholsky.

 23. August
  Tucholsky steht auf der ersten Ausbürgerungsliste
  des Deutschen Reiches.

 7. September
  Rückreise von Zürich über Frankreich nach Schweden.

 Dezember
  Tucholsky löst seine Lebensversicherung auf.
  (12.000 Schweizer Franken Rückkaufwert werden
  im Februar 1934 auf sein Konto in Zürich überwiesen.)

  25. Dezember
  Hedwig Müller kommt nach Hindås. Sie bleibt bis zum
  20. Januar 1934.


1934
  Tucholskys deutscher Reisepass wird ungültig.

 29. Januar
  Antrag beim Königlichen Außenminister in Stockholm
  auf Ausstellung eines Fremdenpasses.

 3. März
  Er erhält den Fremdenpass, gültig bis 2. "Juni;
  Arbeitsaufnahme nicht erlaubt".

 9. März
  Verlängerung des Passes bis zum 8. September.

 8. Mai
  Ankunft in Paris

 20. Mai-14. Juni
  Schwefelkur in Calles-les-Eauy.

 14. Juni-29. Juni
  Bei Hedwig Müller in Zürich.

 2. Juli
  Wieder in Hindås.

 3. Juli-29. September
  In Lysekil an der westschwedischen Küste.

 9. August
  Tucholsky schlägt die Einladung zum
  Schriftstellerkongreß in Moskau aus.

 27. September
  Brief an das Nobel-Komitte in Oslo: In der
  Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl
  von Ossietzky sähe er die "Erfüllung der
  Nobelschen Ideen".

 15. November
  Verlängerung des Fremdenpasses bis 8. März 1935.

 29. November
  Er lehnt den Vorschlag des Züricher Verlegers
  Emil Oprecht für einen weiteren Verkauf seiner
  Bücher ab - außer Pyrenäenbuch und Schloß Gripsholm.

 3. Dezember
  Erste (zweistündige) von fünf Nasenoperationen,
  die bis Mai 1935 durchgeführt werden.


1935
 28. März
  Verlängerung des Fremdenpasses bis 8. September 1935.

 29. März
  Bitte an den Schweizer Bundesrat, sich für die
  Freilassung Berthold Jacobs, ein von den Nazis
  entführter "Weltbühnen"-Mitarbeiter, einzusetzen.

 Mai
  Tucholskys finanzielle Reserven sind erschöpft.
  Er ist nun auf die Unterstützung durch Hedwig
  Müller angewiesen.

 10. Juni-6. Juli
  Hedwig Müller verbringt ihren Urlaub in Hindås.

 11. Juni
  Tucholsky bittet Norman L. Angell, sich für die
  Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Ossietzky
  einzusetzen.

 14.-29. September
  Mit Gertrude Meyer in Visby auf Gotland.

 3. Oktober
  Paß-Verlängerung bis 8. März 1936
  Erneuter Brief an Angell.

 14. Oktober-4. November
  Stationäre Untersuchung im Göteborger Sahlgrenska
  Krankenhaus wegen andauernder Magenbeschwerden.

 Ende November
  Abschiedsbrief an Mary Gerold-Tucholsky.

 30. November
  Sein schwedischer Anwalt rät davon ab, bereits
  jetzt ein Einbürgerungsgesuch zu stellen.
  Änderung des Testaments.

 14. Dezember
  Tucholsky bietet der Baseler "Nationalzeitung"
  einen Artikel gegen Knut Hamsun an
  (am 21. November hatte der einst von ihm
  verehrte Hamsun einen Angriff gegen Ossietzky
  veröffentlicht.

 15. Dezember
  Brief an Arnold Zweig.

 17. Dezember
  Angebot für einen Hamsun-Artikel an der Osloer
  "Arbeiterbladet". Absage am 19. Dezember.

 20. Dezember
  Dasselbe Angebot an "Det Norske Studentersamfund".

 21. Dezember
  Gegen 18 Uhr Einlieferung ins Sahlgrenska
  Krankenhaus in Göteborg. Um 21:55 Uhr stirbt
  Kurt Tucholsky. Im Obduktionsbericht steht:
  "Intoxicatio? (Veronal?)."

Galerie

Entdecken Sie
die Restauration Tucholsky in Berlin

................