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KURT-TUCHOLSKY-Gedenkstätte
Leiter der Gedenkstätte: Dr. Peter Böthig
Schloß Rheinsberg
D-16831 Rheinsberg
Tel.: 03 39 31 - 390 07
Fax: 03 39 31 - 391 03
www.rheinsberg.de
Daten und Fakten aus seinem Leben
1890
9. Januar
Kurt Tucholsky wird in Berlin-Moabit geboren.
Eltern: Alex Tucholsky (1855-1905),
Kaufmann und Bankdirektor; Doris Tucholsky,
geb. Tucholski (1861-1943)
1893
Die Familie zieht nach Stettin.
1896
Ostern
Einschulung
1899
Die Familie kehrt nach Berlin zurück.
April
Wechsel ans Berliner Gymnasium.
1901
Juni
Alex Tucholsky wird Vorstandsmitglied
der "Aktiengesellschaft für Verkehrswesen".
1903
29. September
Wechsel an das Königliche Wilhelms-Gymnasium.
1905
1. November
Der Vater stirbt und wird auf dem Jüdischen
Friedhof in Berlin-Weissensee beigesetzt.
1907
Anfang des Jahres verlässt Tucholsky das Gymnasium
und bereitet sich privat auf das Abitur vor.
22. November
Im "Ulk", der satirischen Beilage des "Berliner
Tagesblatts", erscheinen anonym seine ersten
Arbeiten: Märchen und Vorsätze.
1908
14. Mai
Prüfung für den "Einjährigen Freiwilligen Militärdienst".
1909
21. September
Reifeprüfung als Externer am Königlichen
Luisen-Gymnasium.
7. Oktober
Beginn des Jura-Studiums an der
Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin
1910
April-Juli
Sommersemester an der Universität in Genf.
ab Oktober
Fortführung des Studiums an der Berliner Universität.
1911
Nach erreichen der Volljährigkeit lässt sich Tucholsky
gegen den Willen der Familie sein Erbteil in Höhe von
60.000 Reichsmark auszahlen.
25. April
Erster Artikel im sozialdemokratischen "Vorwärts"
(Mitarbeit bis Sommer 1914).
August
Mit Else Weil, genannt "Claire Pimbusch", in Rheinsberg.
Ende September
Besuch bei Max Brod in Prag. Dort trifft er Franz Kafka.
Herbst
Tucholsky arbeitet im Wahlkampf für die SPD.
1912
Erste eigene Wohnung.
Verlobung mit Kitty Frankfurther.
17. Januar
Erste Veröffentlichung im "Prager Tagblatt".
15. November
"Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte" erscheint.
(Das Buch wird bis 1932 120.000 mal verkauft.)
Ende November-Weihnachten
Mit Szafranski betreibt er am Berliner
Kurfürstendamm die "Bücherbar".
1913
9. Januar
Mit der Rezension: Die beiden Brüder H. beginnt
seine Arbeit für die "Schaubühne". Im Frühjahr führt
er die Pseudonyme "Ignaz Wrobel",
"Peter Panter" und "Theobald Tiger" ein.
7. April
Erstmals im "Simplicissimus".
1. September
Tucholsky und Szafranski laden zur Mitarbeit am
Orion - ein Jahrkreis in Briefen beim Kurt
Wolff Verlag ein.
September
Der Zeitsparer, Grotesken von Ignaz Wrobel, erscheint.
1914
21. Januar
Die Juristische Fakultät der Universität Jena
lehnt Tucholskys Dissertation ab.
Juni
Wegen zu geringer Subskribenten-Zahl bricht
der Verlag das "Orion"-Vorhaben ab.
1. Juli
Austritt aus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.
27. August
Vorerst letzter Artikel in der "Schaubühne".
1915
12. Februar
Promotion an der Universität Jena für die
überarbeitete Dissertation
März
Musterung
10. April
Diensantritt an der Ostfront als Armierungssoldat.
Bis 20. August 1916 Einsatz bei Stellungskämpfen,
danach Kompanie-Schreiber.
1916
Wieder Artikel in "Schaubühne", "Simplicissimus", "Ulk".
Ende August
Seine Einheit wird nach Alt-Autz im Baltikum verlegt.
26. November
Redakteur der Soldatenzeitschrift "der Flieger".
1917
Januar
Stab-Schreiber und Bibliothekar in Alt-Autz
18. Februar
Als Schreiber assistiert er bei der Erschießung
von russischen Spionen.
11. September
Beförderung zum Unteroffizier.
11. November
Tucholsky verliebt sich in der "Hilfsdienstfreiwillige"
Mary Gerold (1898-1987) aus Riga. Er nennt sie
"Meli, Mala, Malchen, Matz" und redet sie oft
mit "Er" an.
1918
14. April
"Verdienstkreuz für Kriegshilfe".
April
Er löst die Verlobung mit Kitty Frankfurther.
8. Mai
Versetzung zur Politischen Polizei in Bukarest.
21. Juli
Tucholsky läßt sich im Turn-Severin evangelisch taufen.
20. Oktober
Beförderung vom Vizefeldwebel zum Feldpolizei-
kommissar.
20./21. November
Rückkehr nach Berlin
Dezember
Er übernimmt die Redaktion des "Ulk", der satirischen
Wochenbeilage des "Berliner Tagesblatts" und der
"Berliner Volks-Zeitung". Er führt das Pseudonym
"Kaspar Hauser" ein.
1919
Erster Artikel
der "Militaria"-Serie in der "Weltbühne":
Offizier und Mann.
13. März
In der "Weltbühne" erscheint Tucholskys
programmatischer Artikel "Wir negativen"

Juni
Er übernimmt auch redaktionelle Aufgaben bei
der "Weltbühne".
30. August
Tucholsky gehört mit Ossietzky, Gumbel, Vetter
u.a. zu den Gründern des "Friedensbundes der
Kriegsteilnehmer", der die "Nie wieder
Krieg"-Massenkundgebungen organisiert.
Ende Oktober
Die Gedichtsammlung "Fromme Gesänge" von
Theobald Tiger erscheint. Arbeiten für das
von Max Reinhardt gegründete Kabarett
"Schall und Rauch" , das im Dezember eröffnet wird.
14. Dezember
Tucholskys Rede gegen das Militär auf einer
Kundgebung des "Friedensbundes der Kriegsteilnehmer"
führt zu Tumulten.
1920
5. Januar
Mary Gerold kommt nach Berlin, sie trifft Tucholsky
nach 1 1/2 Jahren wieder.
Januar
Neben Friedrich Hollaender und Klabund gehört
Tucholsdy zum künstlerischen Beirat des Babaretts
"Schall und Rauch".
9. Februar
Premiere von Nestroys Judith und Holofernes in der
parodistischen Bearbeitung von Theobald Tiger,
Regie: Max Reinhardt.
10. Februar
Trennung von Mary Gerold: "Es ist, wie wenn
eine Glaswand zwischen uns ist,"
11. Februar
Kündigung beim "Ulk" zum 31. März.
1. März
Eintritt in die USPD.
3. Mai
Tucholsky heiratet die Ärztin Else Weil (1889-1942),
die "Claire" aus Rheinsberg.
ab Mai
Arbeite für die USPD-Blätter "Freie Welt" und
"Die Freiheit".
1. Juli
Tucholsky ist an der Bildung des Aktionsausschusses
"Nie wieder Krieg" beteiligt.
Juli
Redakteur des "Pieron", einer staatlich
finanzierten Propaganda Zeitschrift, die vor der
im Versailler Vertrag festgelegten Abstimmung
für den Verbleib Oberschlesiens im Deutschen
Reich wirbt.
1. August
Rede auf der "Nie wieder Krieg" Kundgebung
im Berliner Lustgarten.
26. August
Auf Anregung Erich Mühsams ruft Tucholsky in der
"Weltbühne" zu einer Spendenaktion für
politische Gefangene auf.
ab September
Er schreibt wieder regelmäßig Briefe an Mary Gerold.
November
"Träumereien an preußischen Kaminen" von Peter
Panter. Das Buch ist Mary Gerold gewidmet.
Dezember
Wegen seiner Arbeit für den "Pieron" lehnen die
USPD-Zeitungen es ab, Artikel von Tucholsky
zu publizieren.
18. Dezember
Aufgrund der öffentlichen Kritik kündigt er
beim "Pieron" zum Jahresende. Bis zum 18. April
arbeitet er jedoch inoffiziell weiter mit.
1921
Chansons für Gussy Holl , Paul Graetz, Claire Walsdoff,
Rosa Valetti, Trude Hesterberg, Kate Kühl u.a.

Ende Juli
Für einige Tage bei Rudolf Nelson in Heringsdorf,
Planung einer neuen Revue.
Oktober
Premiere der Nelson-Revue "Bitte zahlen" mit
zahlreichen Chansons von Theobald Tiger.
3. November
Der von Reichswehrminister Geßler gegen Tucholsky
angestrengte Prozeß wegen des Artikels "Offiziere"
endet mit einem Freispruch.
1922
30. März
In der "Weltbühnen"-Militär-Kritik Die Erdolchten
verwechselt Tucholsky zwei Namen von Offizieren.
Daraufhin Strafantrag der Reichswehrführung.
26. April
Teilnahme an einer Kundgebung der "Deutschen Liga
für Menschenrechte".
17. Juni
Die USPD-Führung fordert ihre Parteiblätter auf,
Tucholsky wieder zu drucken.
30. Juli
"Nie wieder Krieg"-Kundgebung in Berlin.
Das Gedicht "Drei Minuten Gehör" wird in vielen
Städten vorgetragen.

11. August
Massenkundgebung zum "Geburtstag der
Reichsverfassung" in Berlin. Tucholsky war an
der Vorbereitung des republikanischen Festes
beteiligt.
Herbst
Bewerbungen bei verschiedenen Wirtschafts-
unternehmen.
Oktober
Premiere der Rudolf Nelson- Revue "Wir steh'n
verkehrt" mit 9 Couplets von Theobald Tiger.
1923
1. März
Arbeit im Bankhaus Bett, Simon & Co., ab Sommer
als Sekretär des Seniorchefs Hugo Simon.
Juni
Eröffnung des von Tucholsky mitbegründeten
Cabarets "Die Gondel".
22. Juni
Trennung von Else Weil.
15. Juli
Das Angebot Siegfried Jacobsohns für eine feste
Mitarbeit am "Weltbühnen"-Verlag lehnt Tucholsky
vorerst ab.
1. November
Nach dem verlorenen Prozeß erscheint der Widerruf
zu Die Erdolchten in der "Weltbühne".
1924
15. Februar
Vertrag mit Siegfried Jacobsohn: "Dr. Tucholsky tritt
in die Redaktion und in den Verlag der Weltbühne ein."
24. März
Aufnahme in die Berliner Freimaurerloge
"Zur Morgenröte"

6. April
Abreise nach Paris als Korrespondent für
die "Weltbühne" und die "Vossische Zeitung".
4. Juli
Tucholsky besichtigt die Schlachtfelder bei Verdun.
Danach schreibt er "Gebet nach dem Schlachten" und
"Vor Verdun".
8. Juli
Verhandlungen in Berlin mit dem Ullstein-Verlag,
der ihn als Chefredakteur der geplanten Zeitschrift
"Uhu" für 3.000 Mark monatlich engagieren will.
Tucholsky lehnt ab, hilft aber bei der Konzeption
der Zeitschrift.
30. August
Kurt Tucholsky und Mary Gerold heiraten.
16. September
Das Ehepaar zieht nach Paris
13. Oktober
Gemeinsame Reise durch die Provence
an die Riviera (bis Mitte November).
23. Oktober
In der "Weltbühne" erscheint die erste
"Herr Wendriner"-Geschichte von Kaspar Hauser.
1925
26. April
Der bekannteste deutsche General des I. Weltkrieges,
Paul von Hindenburg, wird zum Reichspräsidenten
gewählt.
1. Mai
Gemeinsamer Umzug von Paris nach Le Vesinet.
16. Juni
Aufnahme in die Freimaurer-Loge
"Les Zélés Philanthropes [Eifrige Menschenfreunde]".
23. Juni
Aufnahme in die Loge "I´¹Effort [Die Bemühung]"
7. Juli
Die erste "Nachher"-Geschichte von Kaspar Hauser
erscheint in der "Weltbühne".
18. August
Reise mit seiner Frau in die Pyrenäen.
Immer wieder Streit, auf einer Landkarte vermerkt er:
"Malchen beese" oder "Malchen sehr beese".
6. November
"Erste Niederschrift" das Reisejournals ein
Pyrenäenbuch beendet; Mary Tucholsky taucht darin
nicht auf.
1926
Januar
Vorträge bei der französischen "Liga für
Menschenrechte".
Mai
Reise über Basel nach Wien, wo er mit Max Reinhardt
über eine neue Revue berät
Juni
Er reist allein in die Normandie.
Juli
Kurt Hiller gründet die "Gruppe Revolutionärer
Pazifisten". Tucholsky wird in den Vorstand gewählt.
6. Juli
Reise nach Garmisch, um mit Alfred Polgar eine
Revue für Max Pallenberg und Fritzi Massary
zu schreiben.
1. August
Versammlung der "Deutschen Liga für Menschenrechte".
Carl von Ossietzky und der abwesende Tucholsky
werden in den Vorstand gewählt.
September
In Berlin.
Oktober
Das Ehepaar Tucholsky zieht nach Fontainebleau.
3. Dezember
Siegfried Jacobsohn stirbt. Tucholsky fährt
sofort nach Berlin und übernimmt bis Mai 1927
die Leitung der "Weltbühne".
1927
8. Januar
Verhandlungen mit Edith Jacobsohn über die
Weiterführung der Weltbühne.
25. Januar
Tucholsky lernt die Journalistin Lisa
Matthias (1894-1982) kennen, das Vorbild für die
Figur des "Lottchen".
März
Ein Pyrenäenbuch von Peter Panter erscheint.
15. Mai
Jahrestagung der "Deutschen Liga für Menschenrechte"
Tucholsky gehört dem Vorstand bis 1930 an.
Mai
Nach der Übergabe der Leitung der "Weltbühne" an Carl
von Ossietzky reist er nach Dänemark.
22. Mai
Beim II. Reichskongreß der kommunistischen "Roten
Hilfe Deutschland" wird Tucholsky in den
Vorstand gewählt.
Juni
In Morgenstrup-Kro per Lou in Dänemark arbeitet er
an dem Sammelband Mit 5 PS.
27. Juli
Rückkehr nach Paris.
9.-29. September
Spessart-Wanderung mit Erich Kanehl ("Karlchen")
und Hans Fritsch ("Jakopp"). Am 18. Sept. kommt
Lisa Matthias nach Würzburg, am 25. Sept. trifft
Ossietzky ein.
11. Oktober
Der neue Herausgeber der "Weltbühne" wird nun auch
auf ihrem Titelblatt genannt: "Unter Mitarbeit von
Kurt Tucholsky geleitet von Carl von Ossietzky."
18. November
Die Vossische Zeitung druckt Peter Panters
Reisebericht. Das Wirbelhaus im Spessart.
Dezember
Der Sammelband Mit 5 PS erscheint.
1928
Januar
In Berlin. Klagen über Nasenbeschwerden.
12. Februar
Anfrage der Piscatorbühne zur Mitarbeit an einer
politschen Revue (mit Bertolt Brecht u.a.).
21. März
Das Gedicht von Ersatz von Theobald Tiger ist
sein erster Beitrag in der KPD-nahen "A-I-Z"
[Arbeiter-Illustrierte-Zeitung].
7. Mai
Lisa Matthias bei Tucholsky in Paris.
Gemeinsame Riviera-Reise.
4. Juni-13. Juli
Kuraufenthalt im Sanatorium am Königspark in
Dresden.
Ende Juli / August
In Kivik (Süd-Schweden), um ein Theaterstück
über Kolumbus zu schreiben und einen neuen
Sammelband für Rowohlt zu konzipieren.
6. September
Reise mit Erich Danehl und Lisa Matthias in die
Holsteinische Schweiz.
6. September
Erster "Lottchen"-Monolog von Peter Panter in der
"Vossischen Zeitung". Die "A-I-Z" druckt das Gedicht
"Gesang der englischen Chorknaben".
6. November
Ermittlungsverfahren gegen Tucholsky und den
Herausgeber Willi Münzenberg wegen "Gotteslästerung"
in diesem Gedicht (eingestellt am 25. Mai 1929).
Es werden Bedenken laut, dass dieses Gedicht eines
jüdischen Autors antisemitischen Stimmungen
verstärken könnte.
18. September
In Berlin. Vorwürfe aus dem Ullstein-Verlag wegen
der "A-I-Z"-Beiträge.
19. September
Verhandlungen mit Münzenberg (Organisator der
"Roten Hilfe" und kommunistischer Großverleger)
über eine engere Zusammenarbeit.
29. September
Rückkehr nach Paris.
9. Oktober
In der "Weltbühnen"-Rezension "Verhetzte Kinder
- ohnmächtige Republik" bezichtigt Tucholsky den
Mitautor eines Geographie-Lehrbuchs der "Hetze
zu neuen Kriegen".
17. November
Der erwähnte Studienrat stellt einen Strafantrag
"wegen Beleidigung".
20. November
Mary Tucholsky verlässt ihren Mann und zieht nach
Berlin. Ihren Abschiedsbrief trägt Tucholsky bis
zu seinem Lebensende bei sich.
Dezember
Der Sammelband "Das Lächeln der Mona Lisa erscheint".
13. Dezember
Im Beleidigungsprozeß Verurteilung zu 2.000 Mark
Strafe.
ab 20. Dezember
Bei Lisa Matthias im Tessin.
1929
Ständige Klagen über Kopfschmerzen und Krankheiten.
4. Januar
Rückkehr nach Paris
11. Januar
Tucholsky erhält die Carte d'identité der
Republik Frankreich, gültig bis 1930.

6. Februar
Lisa Matthias trifft in Paris ein.
17. März
Lesung aus eigenen Schriften im Berliner BechsteinSaal.
24. März
"Tucholsky-Matinee" im Theater am Nollendorfplatz mit
Henri Barbusse, Hollaender, Ernst Busch, Graetz,
Valetti u.a.
April-Oktober
Tucholsky wohnt im Haus Fjälltorp in Läggesta,
in der Nähe von Schloß Gripsholm.
13. Mai
Er lehnt Münzbergs Angebot zu erweiterter Mitarbeit ab.
Juli
Im Heft 30 der "A-I-Z" erscheint
das Gedicht "Mutterns Hände".
August
Lisa Matthias besucht ihn in Läggesta.
6. August
"Deutschland, Deutschland über alles" erscheint
7. August
Tucholsky mietet die Villa Nedsjölund in Hindås an.
14. / 15. Oktober
Auf dem III. Reichskongreß der "Roten Hilfe
Deutschland" erneute Wahl in den Vorstand.
15. Oktober-16. November
In Berlin bei Lisa Matthias.
18. November-2. Dezember
Lesereise: Köln, Frankfurt, Mannheim, Dresden,
Leipzig, Breslau, Hamburg. In Wiesbaden kommt es
zu Tumulten; ein Besucher wird für Tucholsky
gehalten und verprügelt.
6. Dezember
Reise über Basel nach Lugano zu Lisa Matthias.
1930
22. Januar
Tucholsky verlegt seinen Wohnsitz nach Schweden.
Mit Lisa Matthias wohnt er zunächst im
"Turisthotell" in Hindås.
7. Februar
Einzug in die Villa Nedsjölund in Hindås.
1.-12. Juni
Reise nach Berlin
19. Juli
Kurhaus Sonnmatt in Luzern, nach monatelangen
Klagen über "eine Magensache" und Nasenbeschwerden.
August
Tessin-Reise: Aufenthalt im Grand Hotel Brissago.
Dort trifft er Erich Kästner.
Anfang September
In Berlin
8.-11. September
Hamburg, Flug von Lübeck nach Göteborg.
Oktober
Gertrude Meyer (1897-1990) wird seine Sekretärin
und Dolmetscherin. Bald entsteht eine
engere Beziehung.
21. Oktober
Besuch Carl von Ossietzkys in Hindås.
Sie beraten über einen Ausweich-Ort für die
"Weltbühne".
10. Dezember
Vertrag mit Rowohlt über "Schloß Gripsholm".
25. Dezember
Lisa Matthias in Hindås.
1931
11. Februar
Lisa Matthias fährt nach Berlin zurück.
Die Beziehung zerbricht in diesem Jahr.
16. / 17. März
Treffen mit Carl von Ossietzky in Lübeck.
Sie beraten über die zukünftige Strategie der
"Weltbühne".
20. März-26. April
Vorabdruck von "Schloß Gripsholm" im
"Berliner Tageblatt".

29. März
Versammlung der "Liga für Menschenrechte",
Tucholsky bleibt im Politischen Beirat.
Anfang Mai
Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte erschient.
15. Mai
Reise über die Schweiz nach Paris.
Juni
In London
3. Juli-3. Oktober
Aufenthalt in Kent, zusammen mit Gertrud Meyer.
2. August
Exposé für einen Roman: "Eine geschiedene Frau",
an Rowohlt (nicht ausgeführt)
4. August
In der "Friedensnummer" der "Weltbühne" erscheint
der Artikel "Der bewachte Kriegsschauplatz" von
Ignaz Wrobel. Wegen des Satzes "Soldaten sind
Mörder." erstattet die Reichswehrführung Anzeige.
17. August
Das Filmmanuskript "Seifenblasen" ist fertig.
Der Film wird nie gedreht.
18. August
Austritt aus dem "Schutzverband deutscher
Schriftsteller", dem er seit 1913 angehörte.
Mitte September
Hasenclever kommt zu Tucholsky nach Ashford, um
mit ihm an dem Theaterstück "Christoph Kolumbus"
zu arbeiten
29. September
Zum letzten Mal eine Arbeit in der "Vossischen
Zeitung": "Ein Ehepaar erzählt einen Witz".
Die Zeitung kündigt ihm zum 1. Oktober
Oktober
Der Sammelband "Lerne lachen ohne zu weinen"
erscheint.
11. November
Hasenclever kommt nach Hindås. Zwei Monate
arbeiten sie an "Christoph Kolumbus".
17.-23. November
"Weltbühnen-Prozeß" vor dem Reichsgericht in
Leipzig: Aufgrund des Artikels "Windiges aus der
deutschen Luftfahrt" über die geheime Aufrüstung
der Reichswehr werden der Autor Walter Kreiser und
Carl von Ossietzky wegen "Landesverrats" zu je
1 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt.
12. Dezember
Einjahrsvertrag mit Rowohlt über einen monatlichen
Vorschuß von 1.500 Mark.
1932
7. Januar
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin wegen der
"Aufforderung für die (Rote Hilfe) Zahlung zu leisten"
im Artikel "Im Gefängnis begreift man" (Am 27. Januar
wird das Verfahren eingestellt).
24. März
In Kopenhagen. Operation an der Nase.
16. April
Tucholsky schreibt die letzten Arbeiten für
die "Weltbühne".
18. April
Reise über Paris nach Le Lavandou zu Walter
Hasenclever (bis 15. Juni), dann nach Zürich.
1. Juli
Der Prozeß gegen Ossietzky wegen des Tucholsky
-Satzes "Soldaten sind Mörder," endet mit
Freispruch. (Die Revision der Staatsanwaltschaft
wird am 17. November 1932 verworfen.)
Juli
Kur in Tarasp im Unter-Engadin.
August
Besuch bei Aline Valangin in ihrem Tessiner Sommerhaus.
Dort lernt Tucholsky die Züricher ärztin Dr. Hedwig
Müller (1893-1973) kennen, die er "Nuuna" nennt.
26. August
Reise zu Hedwig Müller nach Zürich.
7. September
Abfahrt nach Wien zur Kur ins Park-Sanatorium
Hietzing.
24. September
Uraufführung von Christoph Kolumbus in Leipzig.
Das Stück wird bald wieder abgesetzt.
29. September
Mit seinem letzten größeren politischen Artikel
"Berliner in Östereich? Nein: Sozialisten bei
Sozialisten!" eröffnet Tucholsky die Wieder Ausgabe
der "Weltbühne".
8. Oktober
Tucholsky fährt nach Zürich und wohnt bis
7. September 1933 bei Hedwig Müller.
Herbst
Zwei kleinere Nasen-Operationen, die jedoch
nicht helfen.
28. November
Offizielle Anmeldung in Zürich. Aufenthalts-
bewilligung zunächst bis 5. Januar 1933. "Zweck:
Erholung resp. ärztl. Behandlung.
1933
Januar
Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler.
28. Februar
Nach dem Reichstagsbrand wird Ossietzky verhaftet
und am 6. April ins Konzentrationslager Sonnenburg
eingeliefert.
7. März
Das letzte Heft der "Weltbühne" erscheint.
10. Mai
Bücherverbrennung: "Undeutsche" Literatur wird
öffentlich verbrannt, auch die Bücher Tucholskys.

Juni
Einvernehmliche Auflösung der Verträge mit Rowohlt,
da Tucholskys Bücher in Deutschland verboten sind.
Tucholsky lehnt alle Angebote für öffentliche
Auftritte und zur Mitarbeit an der Exilpresse ab.
21. August
Gerichtliche Scheidung von Mary Tucholsky.
23. August
Tucholsky steht auf der ersten Ausbürgerungsliste
des Deutschen Reiches.
7. September
Rückreise von Zürich über Frankreich nach Schweden.
Dezember
Tucholsky löst seine Lebensversicherung auf.
(12.000 Schweizer Franken Rückkaufwert werden
im Februar 1934 auf sein Konto in Zürich überwiesen.)
25. Dezember
Hedwig Müller kommt nach Hindås. Sie bleibt bis zum
20. Januar 1934.
1934
Tucholskys deutscher Reisepass wird ungültig.
29. Januar
Antrag beim Königlichen Außenminister in Stockholm
auf Ausstellung eines Fremdenpasses.
3. März
Er erhält den Fremdenpass, gültig bis 2. "Juni;
Arbeitsaufnahme nicht erlaubt".
9. März
Verlängerung des Passes bis zum 8. September.
8. Mai
Ankunft in Paris
20. Mai-14. Juni
Schwefelkur in Calles-les-Eauy.
14. Juni-29. Juni
Bei Hedwig Müller in Zürich.
2. Juli
Wieder in Hindås.
3. Juli-29. September
In Lysekil an der westschwedischen Küste.
9. August
Tucholsky schlägt die Einladung zum
Schriftstellerkongreß in Moskau aus.
27. September
Brief an das Nobel-Komitte in Oslo: In der
Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl
von Ossietzky sähe er die "Erfüllung der
Nobelschen Ideen".
15. November
Verlängerung des Fremdenpasses bis 8. März 1935.
29. November
Er lehnt den Vorschlag des Züricher Verlegers
Emil Oprecht für einen weiteren Verkauf seiner
Bücher ab - außer Pyrenäenbuch und Schloß Gripsholm.
3. Dezember
Erste (zweistündige) von fünf Nasenoperationen,
die bis Mai 1935 durchgeführt werden.
1935
28. März
Verlängerung des Fremdenpasses bis 8. September 1935.
29. März
Bitte an den Schweizer Bundesrat, sich für die
Freilassung Berthold Jacobs, ein von den Nazis
entführter "Weltbühnen"-Mitarbeiter, einzusetzen.
Mai
Tucholskys finanzielle Reserven sind erschöpft.
Er ist nun auf die Unterstützung durch Hedwig
Müller angewiesen.
10. Juni-6. Juli
Hedwig Müller verbringt ihren Urlaub in Hindås.
11. Juni
Tucholsky bittet Norman L. Angell, sich für die
Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Ossietzky
einzusetzen.
14.-29. September
Mit Gertrude Meyer in Visby auf Gotland.
3. Oktober
Paß-Verlängerung bis 8. März 1936
Erneuter Brief an Angell.
14. Oktober-4. November
Stationäre Untersuchung im Göteborger Sahlgrenska
Krankenhaus wegen andauernder Magenbeschwerden.
Ende November
Abschiedsbrief an Mary Gerold-Tucholsky.
30. November
Sein schwedischer Anwalt rät davon ab, bereits
jetzt ein Einbürgerungsgesuch zu stellen.
Änderung des Testaments.
14. Dezember
Tucholsky bietet der Baseler "Nationalzeitung"
einen Artikel gegen Knut Hamsun an
(am 21. November hatte der einst von ihm
verehrte Hamsun einen Angriff gegen Ossietzky
veröffentlicht.
15. Dezember
Brief an Arnold Zweig.
17. Dezember
Angebot für einen Hamsun-Artikel an der Osloer
"Arbeiterbladet". Absage am 19. Dezember.
20. Dezember
Dasselbe Angebot an "Det Norske Studentersamfund".
21. Dezember
Gegen 18 Uhr Einlieferung ins Sahlgrenska
Krankenhaus in Göteborg. Um 21:55 Uhr stirbt
Kurt Tucholsky. Im Obduktionsbericht steht:
"Intoxicatio? (Veronal?)."
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